… aber alle seine Verheißungen!“
Die Veränderungen, die anstehen, sind enorm. Und das ist erst der Anfang. Kirche wird im Jahr 2035 oder 2040 völlig anders aussehen als heute. Da wünschen sich viele, dass es doch bitte so bleiben möge, wie es ist …
Gott ist aber kein „Wünsche-Erfüller“, sondern ein „Verheißungs-Geber“ und „Verheißungs-Einlöser“.
Die Überschrift lehnt sich an ein Zitat von D. Bonhoeffer an. Er schreibt am 14. August 1944 aus der Gefängniszelle:
„Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott, das heißt:
er bleibt der Herr der Erde, er erhält seine Kirche, er schenkt uns immer neuen Glauben,
legt uns nicht mehr auf, als wir tragen können, macht uns seiner Nähe und Hilfe froh,
erhört unsere Gebete und führt uns auf dem besten und geradesten Weg zu sich.“
Gottes Verheißungen, die er in Jesus Christus untermauert hat, stehen:
Gott erhält seine Kirche.
Gott schenkt Glauben.
Gott legt erträgliche Lasten auf.
Gott macht uns seiner Nähe froh.
Gott erhört Gebet.
Gott führt uns auf dem besten Weg zu sich.
Folge für unsere aktuelle kirchliche Situation: Die Kirche ist Gottes Kirche. Gott erhält sie, im Sinne von: die Gemeinschaft der Christinnen und Christen wird von ihm bewahrt. Damit ist nicht die Struktur der Rheinischen Kirche oder des Kirchenkreises Essen gemeint – die vergehen beide.
Aber die Gemeinschaft derer, die glauben, wird von Gott getragen und erhalten, in ganz anderer äußerer Gestalt.
Gott ermöglicht Menschen, dass sie ihm Glauben schenken. Gott erhört Gebet. Darum ist das die erste und wichtigste Aufgabe in der aktuellen Situation: dass viele Menschen mit Gott im Gespräch sind; ihn darum bitten, dass er neu Glauben wirkt; dass, im besten Sinne des Wortes, eine „Erweckung“ geschieht und Menschen neu beginnen, diesem lebendigen Gott Vertrauen entgegenzubringen. Es braucht eine betende Gemeinschaft der Christinnen und Christen, die diesbezüglich Gott in den Ohren liegt.
Damit das geschieht, was Anfang Oktober in den Losungen zu lesen war:
„Der HERR erweckte den Geist des Volkes, dass sie kamen und arbeiteten am Hause des HERRN, ihres Gottes.“
Haggai 1,14
Gott erweckt Menschen, so dass sie in der Kirche mitarbeiten, dass sie Gemeinde mitaufbauen.
Und: Kirche ist niemals Selbstzweck. Sondern: Gott führt uns auf dem besten Weg zu sich. Menschen werden durch die Gemeinde in die Gemeinschaft mit Gott geführt. Sie lernen das Hören auf Gott, lernen beten und lernen, in einer innigen Beziehung mit Gott zu leben.
Das wird Gott schenken – in welchen neuen Formen und Strukturen auch immer.
Lars Linder